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Stra To - Klangbeschreibung   Stra To Übersicht   Messergebnisse

"“Tausendsassa” lautet der Titel des Artikels und Stra to hält, was er verspricht. Völlig gleichgültig für welchen Einsatzort oder Verstärker man einen Lautsprecher sucht, Stra to bietet eine Variante. Heimkino in 5.1 bis 7.2, freie Aufstellung auf Ständer zum Stereogenuss mit Transitor oder Röhre, schlanke Standbox für große Wohnzimmer oder platzsparendes Sub-Sat-System - alles ist machbar. Im Klangtest galt es abschließen festzustellen, ob es auch empfehlenswert ist.

Unter Verzicht auf die vielen Heimkino-Varianten machte ich mich zunächst daran, die Satelliten mit meiner SAC-Kombi zu verkabeln und ließ zur ersten Standortbestimmung die akustische Gitarre von Jimmy Page und die Stimme von Robert Plant Led Zeppelin’s “Stairway to Heaven” beschreiten. Nichts war zu hören von der offen gestanden befürchteten Überbetonung der oberen Mitten, die zwar Detailreichtum vortäuscht, nach kurzer Zeit aber derbe nervt. Trotzdem gab es an der Auflösung nichts zu meckern, als die Musik komplexer wurde, weil auch die anderen Musiker mit marschierten, merkte ich den kleinen Membranen keinerlei Anstrengung an.

Gesang und Instrumente bleiben fein an ihrem Platz und begannen auch nicht, in einander zu verschmelzen, als ich den Lautstärkeregler ein wenig mehr aufdrehte. Eric Burdon und Band prüften mit “Working man” die Impulsfestigkeit der Boxen, als der E-Bassist bei seinem handfesten Solo nach 8 Minuten heftigst mit den Daumen auf seine Saiten einprügelte und in einem Affentempo dem jubelnden Publikum eindrucksvoll vorführte, dass ein Bass keineswegs ein gemächliches Instrument ist.

Patricia Barber durfte dann mit Subwoofer unter den Satelliten auftreten, um dem akustischen Bass auf „The Beat Goes On“ die passende Tiefe zu geben. Der Phasenregler stand auf 150 Grad, die Übernahmefrequenz auf 60 und der Limiter auf 23 Hz. Eine Bassanhebung war nicht nötig, um dem einleitenden Basssolo auf „Use me“ die nötige Dynamik beim Loslassen der Saiten zu geben.

Doch auch vor klassischer Musik war Stra to nicht bange. Beeindruckend waren die Kesselpaukenschläge und das tieffrequente Grummeln bei „Zarathustra“, die Streicher quengelten nicht, das Blech behielt seinen typischen Glanz ohne auch nur im Ansatz blechern zu scheppern. Dies war umso erstaunlicher, als ich genau das in vielen Hörsitzungen von Metallmembranen so gewohnt war, was meine Abneigung gegen diese Gattung stets bestärkte. Nach der nun gehörten Luftigkeit ohne Lästigkeit muss ich mein Vorurteil revidieren und bekennen, dass ich mit dem Material wohl dem Falschen die Verantwortung dafür zugeschoben habe.

Die Abteilung „Jazz“ überließ ich meiner modifizierten Dynavox-Röhre, die ohne auch Sub Tiefe nicht vermissen ließ. Monty Alexander’s Flügel profitierte sicher zu einem guten Stück von der famosen Lebhaftigkeit und Offenheit der Darstellung durch die Boxen, die Röhre gab dem ganzen den Schmelz, der den Fuß zum Wippen zwang. Fehlerfrei in der tonalen Wiedergabe der unterschiedlichen Beckentypen zeigte auch der Hochtöner, dass ich zu Recht dem Textil den Vorzug gegeben hatte. Mit berechtigtem Applaus belohnte nicht nur das bei der Live-Aufnahme anwesende Publikum des älteren Herren Kunst.

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